Ehescheidung bzw. Aufhebung der Lebenspartnerschaft

Wenn Sie einen Antrag auf Scheidung Ihrer Ehe bzw. Aufhebung der Lebenspartnerschaft stellen möchten, ist hierfür gesetzlich die Vertretung durch einen Rechtsanwalt vorgesehen. 

Auch geht dieser Schritt oftmals mit einer Vielzahl von Fragen über die zu regelnden Folgesachen einher. Wir beantworten Ihnen gerne alle hierzu auftretenden Fragen und begleiten Sie durch das Scheidungsverfahren. 

Ein solches kann im Einvernehmen beider Eheleute erfolgen. Insoweit sind wir grundsätzlich bemüht, eine für beide Ehegatten faire und ausgewogene Lösung sämtlicher zu regelnden Folgesachen und Probleme herbeizuführen. Hierdurch können wir maßgeblich dazu beitragen, dass die oftmals emotionalen und finanziellen Belastungen reduziert werden. 

Sollte indes eine einvernehmliche Lösung nicht möglich sein, sind wir Ihnen auch gerne mit aller Konsequenz bei der außergerichtlichen oder gerichtlichen Durchsetzung Ihrer Ansprüche behilflich.

Falls es Ihnen aufgrund Ihrer finanziellen Situation nicht möglich sein sollte, die Kosten des Scheidungsverfahrens (Anwalts- und Gerichtskosten) zu tragen, haben Sie die Möglichkeit, einen Verfahrenskostenhilfeantrag zu stellen. Auch insoweit stehen wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Ehegattenunterhalt

Sollten Sie in Ihrer Ehe über weniger Einkommen verfügen, als Ihr Ehegatte, so steht Ihnen in der Regel ein Unterhaltsanspruch zu. Insoweit unterscheidet das Gesetz zwischen dem Unterhaltsanspruch bis zur Rechtskraft der Scheidung (Trennungsunterhalt) und dem nachehelichen Ehegattenunterhalt, der erst nach Rechtskraft der Scheidung geschuldet ist. Bei einer Unterhaltsberechnung sind eine Vielzahl von Positionen zu berücksichtigen. Um einen solchen Anspruch korrekt errechnen zu können, bedarf es daher der Inanspruchnahme eines fachlich kompetenten Rechtsanwalts. Gerne stehen wir Ihnen hier mit unserem Wissen zur Verfügung und errechnen Ihnen Ihre Unterhaltsansprüche, die im Bedarfsfall dann auch gegenüber dem anderen Ehegatten durchgesetzt werden können.

Kindesunterhalt

Unabhängig von der Frage, in welcher Höhe ein Unterhalt für den Ehegatten geschuldet ist, besteht ein gesonderter Unterhaltsanspruch für die gemeinsamen Kinder. Das Gesetz unterscheidet zwischen minderjährigen und volljährigen Kindern. Bei minderjährigen Kindern erfüllt der Elternteil, bei welchem die Kinder ihren überwiegenden Lebensmittelpunkt haben, die Unterhaltspflicht durch Betreuung. Der andere Ehegatte muss zum Ausgleich dafür einen Barunterhalt leisten. 

Ob und in welcher Höhe dieser gezahlt werden kann und muss, bemisst sich unter anderem auch nach der Leistungsfähigkeit des barunterhaltspflichtigen Elternteils. Das Gesetz sieht vor, dass diesem auch ein Mindestbetrag verbleiben muss, damit er selbst nicht in die Gefahr kommt, öffentliche Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen. Auf der anderen Seite besteht bei einer Unterhaltspflicht gegenüber minderjährigen Kindern eine sogenannte gesteigerte Erwerbsobliegenheit, so dass oftmals nicht ausschlaggebend ist, was der Elternteil als Einkommen erzielt, sondern was er erzielen kann. Die Anforderungen hierzu sind hoch. 

Bei volljährigen Kindern geht der Gesetzgeber davon aus, dass diese keiner Betreuung bedürfen, so dass grundsätzlich beide Elternteile barunterhaltspflichtig werden. Die Grundlagen dieser Berechnung sind anders, als bei minderjährigen Kindern.

Vermögensauseinandersetzung

Im Zuge einer Trennung oder Scheidung sind eine Vielzahl von vermögensrechtlichen Fragen zu beantworten. So treten oftmals folgende Fragen auf: Was wird mit dem gemeinsamen Haus? Wer bleibt dort wohnen? Wer muss die Kosten hierfür tragen? Soll es verkauft werden? Was ist mit den gemeinsamen Konten oder sonstigen Vermögenswerten? Wie wirkt sich die Scheidung bzw. Trennung steuerrechtlich aus? Wer haftet für welche Schulden?

Bei der Beantwortung all dieser Fragen und Lösung der hierdurch auftretenden Probleme sind wir Ihnen gerne behilflich.

Zugewinnausgleich

Wenn Sie und Ihr Ehegatte keinen Ehevertrag geschlossen haben, befinden Sie sich im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Nach Beendigung der Ehe stellt sich insoweit die Frage, ob Ihnen aufgrund der Vermögensmehrung während der Ehe ein Ausgleich gegen den anderen Ehegatten zustehen könnte. Insbesondere, wenn Sie Erbschaften oder Schenkungen während der Ehe erhalten haben, kann sich dies zu Ihren Gunsten auswirken. Vertrauen Sie bei der Berechnung und Durchsetzung Ihrer Ansprüche auf unsere kompetente Beratung und langjährige Erfahrung im Bereich des Familienrechts.

Sorgerecht

Das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder obliegt in einer bestehenden Ehe in der Regel beiden Elternteilen. Das Sorgerecht selbst spielt nur in wesentlichen Angelegenheiten der Kinder eine Rolle. Entscheidend wird es vor allem dann, wenn über das sogenannte Aufenthaltsbestimmungsrecht als Teil des Sorgerechts gestritten wird. Hier geht es darum, bei wem das Kind nach der Trennung seinen Hauptaufenthalt haben soll. 

Aber auch in Gesundheitsfragen, schulischen Belangen und anderen Bereichen können Probleme bei der Ausübung der gemeinsamen Sorge auftreten. Hier kann sich mit Blick auf das Kindeswohl die Frage stellen, ob es nicht sinnvoller ist, das Sorgerecht oder auch Teile davon einem Elternteil zu übertragen. 

Oder sind Sie eventuell Vater eines Kindes geworden, ohne mit der Mutter verheiratet oder gar liiert gewesen zu sein? Wenn Sie bei entscheidungserheblichen Fragen Ihres Kindes ein Mitspracherecht haben wollen, haben Sie die Möglichkeit, sich das anteilige Sorgerecht für das Kind übertragen zu lassen. Wenn hier keine außergerichtliche Einigung erzielt werden kann, muss das Familiengericht eine entsprechende Entscheidung treffen. Wenn keine Gründe entgegenstehen, sieht das Gesetz eine Übertragung des anteiligen Sorgerechts auf den Kindesvater grundsätzlich vor. 

Wenden Sie sich bei entsprechenden Fragen gerne an uns.

Umgangsrecht

Oftmals tritt bei der Trennung der Eheleute Regelungsbedarf zu der Frage auf, wann und in welchem Umfang das Kind bei dem Elternteil ein Besuchsrecht hat, in dessen Haushalt es nicht überwiegend lebt. Eine konkrete Regelung im Gesetz dazu, wie genau der Umgang ausgestaltet werden soll, gibt es nicht. Gesetzlich geregelt ist lediglich, dass ein Umgangsrecht besteht. Brauchen Sie Hilfe bei der Durchsetzung Ihres Besuchsrechts mit Ihren Kindern? Oder gibt es triftige Gründe, die gegen ein Besuchsrecht des anderen Elternteils sprechen? Wenn Sie hierzu eine verbindliche Regelung, notfalls über eine gerichtliche Entscheidung treffen wollen, stehen wir Ihnen gerne bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche mit unserer langjährigen Erfahrung zur Seite.

Versorgungsausgleich

Bei einer Ehescheidung wird der so genannte Versorgungsausgleich durchgeführt. Beim Versorgungsausgleich werden die während der Ehezeit erwirtschafteten Rentenanwartschaften der Ehegatten ausgeglichen. Ziel des Gesetzgebers ist es, dass beide Ehegatten aus der Ehe gleich hohe Renteneinkünfte erhalten sollen. Der Versorgungsausgleich wird von Amts wegen durchgeführt, so dass es keines gesonderten Antrages bedarf. 

Der Gesetzgeber hat jedoch durch Neufassung des Gesetzes ab dem 1. September 2009 eine Vielzahl von Möglichkeiten geschaffen, wie der Versorgungsausgleich außerhalb des Scheidungsverfahrens geregelt werden kann. So ist es beispielsweise möglich, dass dieser ausgeschlossen wird oder aber die Ansprüche kapitalisiert und im Zuge der Vermögensauseinandersetzung berücksichtigt werden können.

Bei der Erarbeitung einer praktischen und profitablen Lösung sind wir Ihnen gern behilflich.

Elternunterhalt

Ein aktuelles Thema, welches in der Praxis immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist die Frage des so genannten Elternunterhalts. Kernfrage ist, wer für den Unterhalt und insbesondere für die Pflegeheimkosten aufzukommen hat, wenn ein Elternteil aus altersbedingten Gründen der Pflege bedarf und die Kosten nicht aus eigenen Mitteln aufbringen kann. Gegebenenfalls sind die Rentenansprüche des Elternteils so gering, dass er staatliche Hilfe in Anspruch nehmen muss. Hier stellt sich die Frage, inwieweit die Kinder zur Zahlung dieser Unterhaltsleistungen herangezogen werden können und welche Vermögenswerte diese gegebenenfalls einsetzen müssen. 

Wenn Sie mit einer derartigen Problematik konfrontiert sind und nicht wissen, ob Sie, Ihr Ehegatte oder einer Ihrer Geschwister zur Unterhaltspflicht herangezogen werden können, beraten wir Sie gerne.

Familienrechtliche Vereinbarungen

Grundsätzlich ist es gerade in familienrechtlichen Angelegenheiten sinnvoll, zur Vermeidung gerichtlicher Auseinandersetzungen einvernehmliche, vertragliche Regelungen zu treffen. Diese Eheverträge können bereits vor der Heirat, aber auch noch danach und auch nach einer Trennung bzw. Scheidung geschlossen werden. Gegenstand dieser Verträge können nahezu alle im Zuge der Trennung auftretenden Probleme sein. Das Gesetz gibt den Eheleuten insoweit eine Vielzahl von Regelungsmöglichkeiten. Wir helfen Ihnen gerne dabei, mit Ihrem Partner eine für beide Seiten tragbare Lösung zu finden und diese entsprechend vertraglich zu fixieren. Hierdurch können Sie eine zum Teil langwierige, kostspielige und nicht zuletzt auch emotional belastende gerichtliche Auseinandersetzung vermeiden. 

Wenn Sie hierzu Fragen haben oder eine entsprechende Unterstützung wünschen, stehen wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.